Thesen zu „Gottesbilder“
Aussagen über Gott
Von den Göttern vermag ich nichts festzustellen, weder, dass es sie gibt, noch, dass es sie nicht gibt, noch, was für eine Gestalt sie haben; denn vieles verhindert ein Wissen hierüber; die Dunkelheit der Sache und die Kürze des menschlichen Lebens.
Pytagoras
Entweder wollen die Götter die Ungerechtigkeit in der Welt abschaffen und können es nicht —dann sind sie schwach; oder sie können es und wollen es nicht -dann sind sie schlecht; oder sie können es nicht und wollen es nicht - dann sind sie schwach und schlecht; oder sie können es und wollen es - warum tun sie es nicht?
Epikur
Es lässt sich zeigen, dass Aussagen über Gott von der Art »Gott ist höchstes Wesen« oder »Gott ist transzendent« nicht das geringste mehr aussagen als etwa »X ist pektabel«. In einer solchen Aussage wird von einem unbestimmten Etwas (X) ein unbestimmtes Prädikat (ist pektabel) ausgesagt. Diese sprachliche Formulierung ist kein Satz, sondern ein Scheinsatz. Wir kennen weder das Subjekt (X) noch das Prädikat (ist pektabel). Sätze über Gott sind leicht als derartige Scheinsätze zu entlarven. Sie sind dementsprechend auch weder wahr noch falsch.
Max Bense
Alle Zitate nach: W. Trutwin, Forum Religion 5, An Gott glauben, S. 90/91
Fragen zum Text:
1. Kann man Gottes Existenz mit Logik nachvollziehen?
2.Gibt es Unterschiede zwischen dem Gott bzw. den Göttern der Philosophen und dem Gott der Juden und der Christen?