Thesen zu „Gottesbilder“
 

  • Religion ist keine individuelle Erfindung, sondern entspricht der Existenzweise des Menschen.
  • Religion beschäftigt sich mit der Frage nach dem absoluten „Woher?“ und „Wohin?“.
  • Religion unterscheidet sich von er menschlichen Ethik durch den Bezug zu einer transzendentalen Wirklichkeit.
  • In den Religionen spiegelt sich immer die Lebenswirklichkeit der Menschen wieder, die sich zu der jeweiligen Religion bekennen.
  • Gottesbilder müssen sich immer auf ihren Bestand vor der menschlichen Vernunft und den anerkannten, objektiv nachprüfbaren Grundsätzen der Naturwissenschaften überprüfen lassen.
  • Der Filter zwischen Magie/ Aberglauben und dem christlichen Glauben ist der menschliche Verstand.
  • Die christliche Religion beansprucht, in ihrem Vollzug eine Lebenshilfe zu sein.


Aussagen über Gott
 
Von den Göttern vermag ich nichts festzustellen, weder, dass es sie gibt, noch, dass es sie nicht gibt, noch, was für eine Gestalt sie haben; denn vieles verhindert ein Wissen hierüber; die Dunkelheit der Sache und die Kürze des menschlichen Lebens.
Pytagoras
 
Entweder wollen die Götter die Ungerechtigkeit in der Welt abschaffen und können es nicht —dann sind sie schwach; oder sie können es und wollen es nicht -dann sind sie schlecht; oder sie können es nicht und wollen es nicht - dann sind sie schwach und schlecht; oder sie können es und wollen es - warum tun sie es nicht?
Epikur
 
Es lässt sich zeigen, dass Aussagen über Gott von der Art »Gott ist höchstes Wesen« oder »Gott ist transzendent« nicht das geringste mehr aussagen als etwa »X ist pektabel«. In einer solchen Aussage wird von einem unbestimmten Etwas (X) ein unbestimmtes Prädikat (ist pektabel) ausgesagt. Diese sprachliche Formulierung ist kein Satz, sondern ein Scheinsatz. Wir kennen weder das Subjekt (X) noch das Prädikat (ist pektabel). Sätze über Gott sind leicht als derartige Scheinsätze zu entlarven. Sie sind dementsprechend auch weder wahr noch falsch.
Max Bense


Alle Zitate nach: W. Trutwin, Forum Religion 5, An Gott glauben, S. 90/91

 
Fragen zum Text:
1. Kann man Gottes Existenz mit Logik nachvollziehen?
2.Gibt es Unterschiede zwischen dem Gott bzw. den Göttern der Philosophen und dem Gott der Juden und der Christen?