Gottesbilder zur Überprüfung


  • Der alte Opa:

Der harmlose alte Mann mit dem weißen Haar und dem langen Bart, der den Anschluss an die rnoderne Zeit verpasst hat, nur altmodische Ansichten von gestern vertritt und uns deshalb kaum noch etwas zu sagen hat.


  • Der "Ach-das-ist-nicht-so-schlimm"-Gott:

Der Gott, der alles versteht, der alles verzeiht, der nichts krumm nimmt und all unser Versagen milde lächelnd mit dem Mantel der Nachsichtigkeit zudeckt.  Das ist ein  Gott, der keinen besonderen Anspruch an uns stellt.  Er ist sehr beliebt, weil er sehr bequem ist.
Der Höchstes-Wesen-Gott:
Das ist der Gott, den es geben muss als Ergebnis unseres Denkens, der aber keine Beziehung zu uns hat, den man nicht anrufen kann und von dem man auch keine Hilfe erwarten kann.


  • Der Aufpasser- und Kontrolleur-Gott:

Der Gott, der uns ständig beobachtet, ob wir etwas falsch machen, und der sich sogar noch freut, wenn er uns bei einem Fehler erwischen kann.


  • Der Klempner-Gott:

Man ruft ihn, wenn etwas nicht funktioniert.  Dann hat er eiligst zu kommen und zu helfen.  Sonst aber lässt man ihn in Ruhe.


  • Der Ordnungs- und Leistungs-Gott:

Das ist der Gott der Erfolgreichen, der Tüchtigen, der Ordentlichen.  Für Gescheiterte und für Versager, für Kranke und für Schwache hat er nicht allzuviel übrig.  Er ist der Schutzgott der bestehenden Ordnung.  Und wer an dieser Ordnung etwas ändern will, der hat keinen Respekt vor dem Willen Gottes.


  • Der Versicherungs-Gott:

Das ist der Gott, bei dem wir uns durch entsprechende Kulthandlungen gegen (fast) alle nur möglichen Gefährdungen unseres Lebens versichern.  Wenn wir ihm bestimmte Leistungen erbringen, wird er uns als Gegenleistung auch die notwendigen Sicherheiten geben.


  • Der Obristen-Gott:

Auf diesen Gott berufen sich vor allem die Mächtigen, die etwas zu sagen haben. Wenn sie über andere herrschen, tun sie es "von Gottes Gnaden".  Gott steht hinter ihnen und stützt ihre Macht.  Wer ihnen widerspricht, widerspricht Gott. - Dieser Gott ist auch bereit, gelegentlich Waffen zu segnen. - Bei manchen Regierungschefs und Generälen ist er sehr beliebt.


  • Der Mitmenschlichkeits-Gott:

Dieser Gott ist zur Zeit der modernste und gefragteste Gott.  Er "ereignet sich im Mitmenschen". Er ist zuständig für Gastarbeiter und Obdachlose, für Unterdrückte und für die "dritte Welt".  Dieser Gott ist zusammengeschrumpft auf die "Beziehung zum Mitmenschen".
Der Bestrafer-Gott:
"Er wird es denen schon heimzahlen!" -"Siehst du, das war die Strafe von Gott dafür, dass du . . ." - "Wenn du nicht lieb bist, dann wird der liebe Gott . . ."


  • Der Belohner-Gott:

"Wenn du schön brav bist und immer gerecht und anständig lebst, dann wird es dir auch nie schlecht ergehen im Leben.  Gott wird dich belohnen." Oder umgekehrt: "Was habe ich nur getan, dass es mir so schlecht gehen kann, ich war doch immer anständig!"


  • Der Weihrauch-Gott:

Er kommt besonders gern zu Gast bei Hochzeiten, bei Kindstaufen und bei Beerdigungen.  Man sieht ihn dann wirklich gern, auch wenn man sonst keinen besonderen Verkehr mit ihm pflegt. - Wenn er kommt, wird es immer so schön  feierlich.  Gelegentlich tritt er auch als Trachtenvereins-Gott auf.
Günther Weber ZdH: Gott - wer ist das?; WdG: Wie Christen leben.