Die Zeit der Wölfe

1. Ebene:
Rosaleen schläft, hat Bauchschmerzen:
„Plage, die Pest soll dich holen.“
„Du mit deinen vorstehenden Zähnen.“
„Du hast auch meinen Lippenstift benutzt.“


2. Ebene:
Traum:
Wald, Schwester, Wölfe.
Alles ist riesig, die Schwester ist winzig.
Lebende Puppen aus Rosaleens Kinderzimmer, Ratten, Uhr im Zeitraffer.
Die Wölfe töten die Schwester


1. Ebene:
Blick ins Zimmer: Rote Lippen, rote Wangen, zufriedenes Lächeln.


2. Ebene:
Beerdigung der Schwester.
„Flirt“ am Grab mit dem Nachbarjungen.
Moralisierende Großmutter:
„Sie war allein im Wald, niemand, der sie beschützen konnte.“ „Warum konnte sie sich nicht selbst beschützen?“ „Davon verstehst du noch nichts, di bist noch ein Kind.“
Wölfe sind innerlich und äußerlich behaart. Hinter einem Wolf kann sich mehr verbergen. Die gefährlichsten sind innerlich behaart. Wenn der dich beißt, schleppt er dich sofort in die Hölle.
„Der Wald ist ungefährlich, wenn du auf dem Weg bleibst. Komm nie vom Weg ab. Iss kein Obst, das vom Baum gefallen ist. Traue keinem Menschen, dem die Augenbrauen zusammengewachsen sind.


3. Ebene:
Die Geschichte vom fahrenden Händler – Warngeschichte: Lass dich mit keinem Fremden ein!

Ein fahrender Händler mit zusammengewachsenen Augenbrauen.
Verletzung am Fuß: Flucht/Verwandlung
Vollmond: natürliches Bedürfnis (doppeldeutig!!)
Zweite Heirat: ironisch (?) „In der kleinen Hütte war alles in Ordnung…“
Der erste Mann kommt zurück, stellt Ansprüche, benimmt sich wie ein Tier.
Er entleibt sich, der Totenkopf wird zum Wolfskopf und –körper
Sein Rivale enthauptet ihn, der Kopf fällt in Milch, wird wieder zum Menschenkopf – sie bekommt eine Ohrfeige.


2. Ebene:
Rosaleen und ihre Großmutter:
„Wenn die Wölfe sich paaren, reißen die Rüden die Wölfinnen hinterher?“ „Alle wilden Tiere tun das.“
„Kriegt deine Großmutter einen Kuss?“

Schlaf und Spaziergang
Spiel der Dorfkinder
„Wölfchen, Wölfchen, fang mich doch…“
„Gefangen!“
(Ohrfeige) „Niemand wird meine kleine Prinzessin fangen!“

Nachts. Die Eltern schlafen miteinander.
Rosaleen imitiert die Gesten ihrer Mutter.
Gespräch am nächsten Morgen:
“Tut er dir weh dabei?“
„Sollte wirklich ein wildes Tier in den Männern stecken, dann findet er seinesgleichen in den Frauen.“

Großmutter: „Uneheliche Kinder von Pfarrern werden später zu Wölfen. Genau wie die, die mit den Füßen zuerst geboren werden und die zusammen gewachsenen Augenbrauen haben.“


3. Ebene
Die Geschichte vom nackten Mann im Wald
Rosaleen als Chauffeurin im Wagen, hinten ein geheimnisvoller Mann mit Totenkopf. Er schenkt dem Jungen im Wald eine Tinktur: „Verschwende es nicht, dann wirst du keine Not leiden.“ (Fee!)
ER schüttet das Elixier auf sich, die Haare auf der Brust wachsen, die Pflanzen halten ihn fest.
Warnung vor dem nackten Mann: „Wenn dir im Wald ein nackter Mann begegnet, dann lauf um dein Leben!“

2. Ebene
Zurück im Haus, Vater riecht an den Blumen: „Damit fängt es immer an.“
Spinnen in der Kirchen (Jes 11, 6 -9)
Spaziergang von Rosaleen und dem Nachbarjungen
Erster Kuss: „Fandest du es schön?“ „Nein.“ „Warum küsst du mich nicht? Du hast Angst.“ „Nein.“
Kuss. „Nochmal.“ „Dann musst du mich fangen.“
Entdeckung der Sexualität, erotische Spiele.
Rosaleens Entdeckung im Baum: Nest mit Spiegel, Lippenrot, die Eier brechen auf (es ist etwas aufgebrochen) vier Babys im Nest.

Rosaleen wandelt durch den Wald, wird von einem vollgefressenen Wolf beobachtet.
Schlägerei im Dorf, Rosaleen kommt und zeigt ihrer Mutter das Puppenbaby.

Bad von Rosaleen: „Hüte dich vor großen Jungs.“ „Das sind doch nur Bauerntölpel.“ „Schuld ist deine Großmutter. Die macht dich glauben, dass du etwas Besonderes bist.“
Rosaleen: „Vielleicht sind Wölfe ganz anders?“
„Vielleicht trifft den Wolf gar keine Schuld.“


3. Ebene:
Erste Geschichte von Rosaleen: Die Rache der Magd

„Ein Mann von Hohem Stand hatte einst einer Magd ein Unrecht angetan. So kam sie zu seiner Hochzeit, um sich zu rächen.“
„Selbst die Wölfe in den Wäldern sind ehrbarer als ihr!“
-Verwandlung-
Die Wölfe mussten kommen, um dem Baby vorzusingen. Ihr bereitete es Vergnügen, ihre Macht auszuspielen.“

Verwandelte Wolfspfote wird verbrannt – Ende der Jagd.

Der Vater jagt die Wölfe – Wolfspfote verwandelt sich in eine Menschenhand – Vater schützt die Unschuld der Tochter.


1. Ebene
Tränen im Traum


2. Ebene

Rosaleen geht zur Großmutter, weist den Antrag des Nachbarjungen ab.
Ermahnungen: Geh nicht vom Weg ab!
-Symbole der Sexualität, Kindheit auf dem Weg.
Sie trifft im Wald einen Mann: „Immerhin bist du bekleidet.“ Und geht mit ihm vom Weg ab zum Picknick.
Erotische Spiele – Essen von Mund zu Mund, Komplimente, Rangeleien
Wette: Kompass gegen freiwilligen Kuss

Im Haus der Großmutter:
„Was hast du mit meiner Enkelin gemacht?“
„Nichts, was ihr nicht gefallen hätte.“
Sie verletzt ihn – animalische Züge glühendes Herdeisen in der Hand: der Mann ist innerlich behaart.
ERMORDUNG DER GROßMUTTER – Der Kopf zerplatzt wie Porzellan: DAS ALTE WIRD ZERSTÖRT

Rosaleen kommt
Der Mann „entkleidet“ sie „Willst du deinen Umhang nicht ablegen? `“ – der Umhang wird verbrannt: „Du wirst ihn nicht mehr brauchen.“
Sie wehrt sich (noch) gegen Sexualität/Triebe/Unbekanntes.
Er zieht sein Hemd aus: „Was für starke Arme du hast!“
Sie verweigert zunächst den Kuss.
„Wirst du mir geben, was du mir schuldig bist?“
Kuss. „Was hast du für große Zähne!“ „Damit ich dich besser fressen kann.“
Schuss – Verletzung – Verwandlung, er wird zum Tier.
Er ist nicht gefährlich, winselt.
Tränen bei Rosaleen: „Tut mir Leid. Ich habe nicht gewusst, dass ein Wolf weinen kann.“

3. Ebene
Zweite Geschichte von Rosaleen: Die Geschichte von der verwundeten Wölfin
„Es war einmal ein Dorf, das tief im Schlaf lag. Eine Wölfin aus der Unterwelt kam ins Reich der Menschen. Sie wollte niemandem etwas Böses tun, aber es gab jemanden, der ihr Böses zufügen wollte. Also lief sie davon. Immer weiter und weiter.
Vor der Kirche: „Wer ist da?“ Pfarrer. „Dies ist heiliger Boden. Bist du Gottes Werk oder des Teufels?.. Du bist schließlich eine arme stumme Kreatur. Die Wunde wird mit der Zeit heilen.“
Und so war es auch. Die Wunde heilte mit der Zeit, denn schließlich war sie nur ein Mädchen, das sich im Wald verlaufen hatte. Und sie beherzigte, was sie an der Welt erfahren hatte.“
„Also lief sie wieder zurück durch den Wald. Sie ließ die Welt hinter sich und das Dorf, aus dem sie gekommen war. Sie kroch wieder zurück in den Brunnen, zurück in die Unterwelt. Das ist alles, was ich dir erzählen kann, denn mehr weiß ich auch nicht.“

2. Ebene
Flucht des Wolfes.
Rosaleen ist Wölfin, sie hat sich entwickelt, hat ihren Partner, sie finden das Rudel.


Übergang zur äußeren Wirklichkeit: Erste Ebene


Zerstörung des Kinderzimmers


Moral:
Und die Moral von der Geschicht:
Mädchen weich vom Wege nicht.
Bleib allein und halt nicht an,
traue keinem fremden Mann!
Geh nie bis zum bittren Ende,
gib dich nicht in fremde Hände.
Deine Schönheit zieht sie an
und ein Wolf ist jeder Mann.
Merk dir eines: In der Nacht
ist schon mancher Wolf erwacht.
Weine um sie keine Träne,
Wölfe haben scharfe Zähne!